ökologisch-aktiver Reiseführer für
Nord-Ostsmåland
www.ostsmaland.org
deutsch  svenska  english

Im Banne des Eises

Die Ostküste Smålands ist geologisch vor ca. 440 Millionen Jahren entstanden. Diese Epoche heist wissenschaftlich Silur. Da die geologischen Formationen Gotlands für diese Epoche sehr typisch sind, wird diese erdgeschichtliche Epoche häufig auch als "Gotlandium" bezeichnet.

Gletscher haben Skandinavien mehrmals ganz mit Eis bedeckt - die letzte Eiszeit ging vor 10.000 Jahren zu Ende. Die Gletscher haben die Landschaft geprägt: Die Gneise und Granite wurden zu runden Formen abgeschliffen, die U-Form der meisten Flußtäler ist ebenfalls Zeuge des hobelndes Eises. An vielen Stellen finden sich Moränen, die die Einheimischen gerne zur Gewinnung von Sand und Kies benutzen.

Seit die Landmassen vom ungeheuren Druck des Eises befreit sind, hebt sich das Land. Auch heute noch wächst das Land teilweise mit einem Zentimeter jährlich. Dieser Prozeß hat vielfältige Spuren in der Siedlungsgeschichte hinterlassen. Die Menschen haben sich den veränderten Bedingungen immer wieder angepasst.

Von diesem Landhebungsprozeß zeugen auch die etwa 5000 Schären vor Västervik, die im Gegensatz zur Westküste meist bewachsen sind.

Landschaftlich liegen wir an der Nordgrenze des Hochlandes von Småland. Hier sind die Felsten nicht ganz so rundlich und etwas schroff. Südlich von uns prägen flachere Landschaften und ausgedehnte Wälder mit teilweise sehr grossen landwirtschaftlichen Nutzflächen das Landschaftsbild.

Bei uns ist eine sehr kleinteilige Landschaft und viel von Seen durchsetzter Wald prägend. Landwirtschaftliche Nutzung findet oft rund um die Siedlungen statt. Nördlich von uns beginnt Östergötland, dass wiederum grossflächigere Strukturen aufweist.

Buchen? Mußt Du lange suchen

57% der Fläche Schwedens ist von Wald bedeckt. Die Waldwirtschaft hier produziert hauptsächlich Fichte und Tanne, wobei die Wälder nicht ganz so aufgeräumt aussehen, wie wir es aus Deutschland gewohnt sind. Die Vegetationsgrenze für Buchen läuft entlang der Linie Kalmar - Göteborg.

Landskap oder Län: schwedische Benennungen

Geschichtlich haben sich in Schweden verschiedene Bennungen herausgebildet. Als Götaland - das Land der Goten - wird ganz Südschweden bis kurz unterhalb von Stockholm bezeichnet. Auch der Name der Insel Gotland geht auf diesen Wortursprung zurück. Svealand - das Land der Schweden - ist der Mittelteil des Landes. Und nördlich davon ist Norrland. 

Die nächste geografische Einteilung ist die Einteilung in "Landschaften". Diese Landschaften sind klassisch, aber haben keine Verwaltungsfunktionen. Klassische Landschaftsnamen, die nicht als Län existieren, sind z.B. Småland und Lappland. Jede Landschaft hat ein Symboltier und eine Symbolblume.

Die Läns sind so etwas wie Regierungsbezirke. Dabei kann eine Landschaft durchaus in verschiedene Läns aufgeteilt sein (z.B. ist Småland aufgeteilt in Kalmar-, Kronoberg- und Jönköpings Län). Genausogut kann ein Län aber mehrere Landschaften umfassen.

Was Ortsnamen aussagen

Wie im Deutschen weisen auch in Schweden die Endungen im Ortsnamen auf historische Begebenheiten und bildliche Beschreibungen zurück:

  • -vik wie z.B. in Västervik ist einfach ein Meerbusen (oder auch Bucht an einem grösserem See).

  • -bo wie in Ullobo heist so etwas wie ein Platz an dem Menschen wohnen, also typischerweise ein Bauernhof lag. 

  • -boda ist eine Bezeichnung für einfachere Gebäude: z.B. Fischerschuppen, Heuschuppen etc. Hat sich gelegentlich zu -bo abgeschliffen.

  • -by wie z.B. in Gamleby wird normalerweise für ein Dorf oder Streusiedlung gebraucht (Ansammlung von Gebäuden), konnte aber auch für einen einzelnen Hof stehen.

  • -fall wie in Vrangfall bezeichnete keine Gebäude, sondern eine Stelle, an der der Wald gefällt wurde.

  • -hem wie in Dalhem heißt soviel wie Bauernhof.

  • -inge wie in Tyllinge ist dem süddeutschen 

  • -ingen ähnlich und bedeutet die Stelle an die X wohnen.

  • -måla wie z.B. in Blomstermåla bedeute soviel wie vermessenes Landstück.

  • -rum wie z.B. in Halrum bedeutet landschaftlich offener Platz / Lichtung etc.

  • -stad bedeutet einfach Platz oder Stelle.

  • -torp ist die schwedische Variante des deutschen "-dorf". Der Name wurde häufig für Siedlungen, die während der grossen landwirtschaftlichen Expansion zu Beginn des Mittelalters gegründet wurden, verwendet und bedeutet sowas wie "Neubau" oder "Aussiediedlerhof".

  • -vi deutet auf einen heiligen Platz der Naturreligion. Z.B.: Odensvi, Locknevi usw.

  • -hult

  • -näs weißt auf eine Halbinsel oder ähnliches (Nase in der Landschaft) hin.

  • -hammar und 

  • -hamn bedeuten Hafen.

Aktivitäten in Ostsmåland

Land und Leute
praktische Infos

Service /
über uns 


Infos nach Orten:

Tjust / Västerviks Kommun (alles)

Kisa / Kinda Kommun (alles)

Vimmerby Kommun Astrid Lindgrens Hembygd (alles)

Hultsfred Kommun (alles)

Oskarshamn Kommun (alles)


Zurück zu:

|> Startseite Reiseführer <|

|> Startseite Gesamtprojekt <|

Diese Seite ist Teil eines sozial-ökologischen Projekts in Småland.
Projekt-E, Rönnberga Ålhult, 59094 Blackstad, Schweden, www.appelkullen.org
Last update: 
21.3.2006