Das Gebiet des heutigen Schwedens lag bis etwa 10000 v. Chr. unter den meterdicken Eisschichten der letzten Eiszeit – seitdem „atmet das Land auf“ und hebt sich noch heute…
Die ersten Besiedelungen sind ab 6000 v. Chr. belegt. Aus der Steinzeit, die in Schweden bis etwa 1500 v. Chr. dauerte, kann man heute vor allem noch Megalithgräber (Großsteingräber) nachweisen, etwa bei Falköping / Västergötland. In der nachfolgenden Bronzezeit (1500-500 v. Chr.) entstanden Felszeichnungen mit Darstellungen von Tieren, Menschen und Schiffen, z.B. nahe Norrköping.
Noch in der Eisenzeit, die hierzulande von 500 v. Chr. bis etwa 400 n. Chr. andauerte, war Schweden relativ isoliert und nicht durch den römischen Kulturkreis geprägt. Obwohl die Menschen Handelsbeziehungen bis nach Südosteuropa unterhielten (Bernstein, Felle), stellten sie selbst keine ambitionierten Gerätschaften her.
Kurz vor der Zeit der Völkerwanderungen verstärkten sich die Beziehungen. Der „Rest der Welt“ nahm Notiz von den in Schweden siedelnden Menschen. Obwohl die Umbruchssituation hier nicht so stark war wie in Mitteleuropa, nahmen Unsicherheit und Überfälle durch andere Stämme in Küstenregionen doch zu.
Ab etwa 800 gingen die in Skandinavien siedelnden Menschen als „Wikinger“ in die Geschichte ein. Sie waren in Stämmen organisiert. Ein einheitliches Staatenwesen gab es nicht, es herrschten Sippen- und Häuptlingsverbände. Bekannt sind die Wikinger vor allem wegen Ihrer Übergriffe auf England und Frankreich, wo sie Angst und Schrecken verbreiteten. Diese kriegerischen Beutefahrten waren jedoch nicht typisch für alle Stämme: Gerade Gotland war ein wichtiges Handelszentrum, von dem aus die Wikinger Handelsbeziehungen bis weit hinein nach Russland unterhielten. Die typischen, wendigen Schiffe waren nicht nur im Krieg überlegen, sie ermöglichten auch die Befahrung vieler Flüsse. Ansonsten siedelten die Wikinger: Man weiss definitiv, dass sie auch auf Grönland Siedlungen unterhielten, und es gibt Belege für eine Landung in Amerika lange vor Christoph Columbus.
Die Entwicklung der skandinavischen Kultur verlief zu dieser Zeit recht eigenständig. Die Menschen pflegten den germanisch-nordischen Götterglauben, und die ersten Versuche der Christianisierung ab ca. 900 verliefen wenig erfolgreich.
Erst um 1200 hatte sich das Christentum offiziell durchgesetzt - es war und blieb allerdings immer noch mit heidnischem Glauben durchzogen. Dazu fällt mir ein, dass in den Emil/Michel-Büchern von Astrid Lindgren, die Ende des 19. Jh. spielen, die Magd Lina auf die Frage nach den ersten Menschen sich nicht wirklich zwischen „Adam und Eva“ oder „Thor und Freya“ entscheiden kann!