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Es ist ein Gerücht, dass die Steuern in Schweden höher sind als in Deutschland. Nominal sind Sie sogar geringer, aber es gibt deutlich weniger Schlupflöcher. Während wir mit unserer deutsche Steuererklärung mehrere Wochen beschäftigt waren, sind es hier nur eine Stunde. Wenn die Schweden etwas subventionieren wollen, tun sie das normalerweise direkt.

An Einkommenssteuern fallen an:

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Der Arbeitnehmer hat – von Kommune zu Kommune varierend – ca. 32 % von seinem Einkommen abzuführen.
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Der Arbeitgeber bezahlt eine Abgabe von ca. 31% auf den Arbeitslohn.
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Die Grundabzüge sind sehr gering. Ab einem gewissen (hoch bemessenen) Einkommen ist zusätzlich eine Bundessteuer zu bezahlen.

Wenn ich 100 Euro erwirtschafte, zahlt mein Arbeitgeber 24 Euro, ich bezahle 23 Euro an Abgaben, zusammen sind das etwa 47 Euro. Dagegen bezahlte ich eine höhere Mehrwertsteuer, alle anderen Steuern (Kfz, Haus etc.) sind jedoch wesentlich preiswerter als in Deutschland.

Dabei wird kein Unterschied zwischen Selbständigen und Angestellten oder der Herkunft des Einkommens (Miete, Kapitalgewinn) gemacht. Selbständige genießen hier den vollen Schutz der Gesellschaft (inkl. Arbeitslosenversicherung).

Vergleichen wir dies mit Deutschland:

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In Deutschland bezahlt mein Arbeitgeber an die Sozialversicherung ca 25 %.
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Dem Arbeitnehmer werden nochmal 25% für die Sozialversicherung vom Lohn abgezogen.
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Ebenfalls auf meinen Bruttolohn zahle ich jetzt noch bis zu 50% Steuern. Gehen wir von einem mittleren Steuersatz von 20% aus.

Wenn ich in Deutschland 100 Euro erwirtschafte zahlt mein Arbeitgeber 20 Euro an die Sozialversicherung, ich zahle nochmal 20 Euro an die Sozialversicherung und der Finanzminister behält ca. 16 Euro ein. Macht zusammen 56 Euro statt 47 wie in Schweden.

Fazit: Für Kapitalisten (Menschen, die durch Zinsen etc. ihren Unterhalt sichern) ist das schwedische System sehr unattraktiv, weil auch auf Kapitaleinkommen Sozialversicherungsabgaben bezahlt werden. Für Normalverdiener ist das schwedische System zumindest nicht negativer.



www.campact.de

2 Responses to “Steuern und Abgaben aus Angestelltensicht in Schweden”

  1. Emilia Schmidt sagt:

    Leider habe ich den Eindruck, dass man für den Umstieg auch zu alt sein kann. Die Renten werden meines Wissens zwar fair umgerechnet, dann zahlt man aber Steuern drauf! Bin daher nicht über meinen “so lange es mir gut geht, lebe ich hier” Beschluss hinweggekommen.

  2. Fredrik Schmidt sagt:

    Steuern und Abgaben sind nicht höher – stimmt natürlich nur, wenn Du die gesamte Palette der sozialen Absicherung betrachtest. Ich als Freiberufler (mit privater Krankenkasse) und Kapitaleinkommen (Vermietung) müsste in Schweden jedenfalls deutlich mehr zahlen.

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