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Ein Hauskauf in Schweden ist im Grunde relativ einfach. Aber auch hier sind einige Dinge zu beachten:

a) Untersuchungspflicht und Gutachten

In Schweden hat der Käufer einer Immobilie eine Untersuchungspflicht. Dies bedeutet, dass man im nach hinein niemanden für Schäden, die man hätte erkennen können, haftbar machen kann. Sehr viele Gebäude werden auch unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung (mit Friskrivningsklausel) verkauft.

Wer selbst nicht über genügend Kentnisse verfügt, beauftragt daher vor dem Ankauf oft ein Gutachterbüro wie z.B. Anticimex. Die Kosten des Gutachtens muss man selbst tragen und hat sie verloren, wenn man das Haus nicht kauft. Üblich ist, dass dem Eigentümer als Gegenleistung für den Zutritt des Gutachters / Mitarbeit bei der Begutachtung eine Kopie des Gutachtens zur eigenen Verwendung zur Verfügung gestellt wird.

b) Kaufvertrag

Es wird ein ganz normaler Verkaufvertrag geschrieben. Dieser muss von Zeugen unterschrieben werden – aber nicht notariell beglaubigt werden. Es empfiehlt sich, Ausweisdokumente zu fotografieren und sich vorab im “Fastighetsregister” darüber zu informieren, dass man es auch tatsächlich mit dem Eigentümer zu tun hat. Bei Vertragsabschluss sind normalerweise 10% des Kaufpreises zu zahlen und es wird ein “Zutrittstag” festgelegt. Ist man nicht in der Lage, den Kaufpreis am Zutrittstag zu bezahlen oder tritt ohne Gründe vom Kaufvertrag zurück, verliert man in der Regel die Anzahlung.

c) Vorkaufsrechte / Bestimmungen für landwirtschaftliches Eigentum

Auf viele Gebäude und Grundstücke hat die lokale Gemeinde ein Vorkaufsrecht. Nach Abschluss des Kaufvertrages kann die Gemeinde in den Vertrag eintreten, was natürlich meistens nicht passiert. Tut die Gemeinde dies, löst sie auch die geleistete Anzahlung aus.

Für gewisses landwirtschaftliches Eigentum braucht man in einigen Regionen eine “Kaufgenehmigung” von der landwirtschaftlichen Abteilung des Länsstyrelsen. Dabei muss man erklären, was man mit dem Eigentum vorhat und wie man es bewirtschaften will. Dies betrifft allerdings in der Regel nur grössere Höfe und Höfe in Gebieten, in denen ein Flurbereinigung gewünscht ist.

d) Zutrittstag

Am Zutrittstag wird in der Regel ein Übergabeprotokoll angefertigt, in dem der Käufer bestätigt, dass er das Eigentum im vereinbarten Zustand erhalten hat. Der Verkäufer bekommt sein Geld und fertigt einen “Kaufbrief” aus, in dem er bestätigt, dass er den kompletten vereinbarten Kaufpreis erhalten hat.

Es ist üblich, dass dieser Vorgang in der Filiale eine Bank stattfindet – entweder der kreditgebenden Bank des Käufers oder (bei freier Finanzierung) bei der Bank, die das Gebäude aktuell finanziert hat (darüber gibt das Verzeichnis der lantmäteriet Auskunft). So wird sichergestellt, dass die Immobilie ohne grundbuchliche Belastungen übertragen wird.

Manchmal übernimmt auch ein registierter Makler diese Rolle – man kann einen Makler auch punktuell nur zur Abwicklung des Kaufvertrages beauftragen.

e) Einschreibung

Die genannten Dokumente werden nun ganz einfach (per Einschreiben) an die Lantmäteriet geschickt, die den Grundbucheintrag vornimmt. Die Lantmäteriet schickt dann eine Rechnung in Höhe von 1,5% des Kaufpreises an den Käufer (Grunderwerbssteuer).

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