Feed on
Posts
Comments

Die Entwicklung der Mitbestimmung in Schweden von Stämmegesellschaft/Adelsherrschaft über Monarchie hin zur Demokratie verlief nicht ohne Rückschritte, aber dennoch kontinuierlich über mehrere Jahrhunderte hinweg. Die Gremien der Mitsprache entwickelten sich von ständischen Parlamenten hin zum Zwei- (1866) und schließlich Einkammersystem (1970). Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit wurde 1809 etabliert, das allgemeine Wahlrecht 1909/1918. Der König wurde erst 1974 zur rein repräsentativen Figur.

Außenpolitisch verlief der Weg weniger konstant. Nach jahrhundertelangen kriegerischen Auseinandersetzungen war Schweden 1814 zum letzten Mal im Krieg (gegen Norwegen). Norwegen wurde 1905 unabhängig, seitdem existiert Schweden in seinen heutigen Grenzen. Ab 1853 hat Schweden bewusst nicht wieder in internationale Kriege eingegriffen und definiert sich als neutral.

Diese Neutralität hat Schweden die bislang längste Friedensperiode eines europäischen Landes beschert, und Schweden begreift sich heute als Schlichter und Vermittler in internationalen Konflikten. Die UN sind hier gelebte Realität: In fast jeder Stadt gibt es hier eine FN-förening (UN-Verein), die sich für die Völkerverständigung einsetzt. Der ehemalige Staatsminister Olof Palme (1970er/80er Jahre) war als Friedensbote international bekannt, und der schwedische Völkerrechtler Johan Galtung hat immer wieder bahnbrechende, unkonventionelle Friedensvorschläge im Rahmen der UN angebracht.

Dennoch trifft der Begriff Neutralität die Sachlage nicht ganz: Trotz Nichteinmischung in Kriege hat Schweden immer mit kriegführenden Parteien Handel betrieben, steht der NATO sehr nahe, und die schwedischen Militärausgaben waren und sind verhältnismäßig hoch.

Leave a Reply

IMPORTANT! To be able to proceed, you need to solve the following simple math (so we know that you are a human) :-)

What is 9 + 10 ?
Please leave these two fields as-is: